Vergessene Krisen – Humanitäre Not

Vergessene Krisen - Humanitäre Not
Bild Flüchtlingslager Kutupalong: Thanks to John Owens (VOA)

Vergessene Krisen – Humanitäre Not

Humanitäre Not unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Vergessene Krisen – Humanitäre Not : Seit Juni 2019 wurden in der Demokratischen Republik (DR) Kongo mehr als 300.000 Menschen vertrieben, hinzu kommt die Gefahr des Ebola-Virus. Und jetzt im August nähert sich der zweite Jahrestag der Flucht von fast einer Million Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch. Die UNO-Flüchtlingshilfe, der nationale Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), erinnert angesichts dieser Nachrichten an sogenannte „Vergessene Krisen“.

Meist sind es lang andauernde Konflikte mit großem humanitären Bedarf und enormen Flüchtlingsbewegungen, wie etwa in der DR Kongo, im Südsudan, Jemen oder in Bangladesch. Sie sind geprägt von fehlender öffentlicher Aufmerksamkeit und geringem medialen Interesse. Daraus resultiert oft ein Mangel an Hilfsgütern und Spenden. Die Krisen und Hintergründe dazu sind zudem meist komplex. Ein Ende ist nicht in Sicht. Der UNHCR ist bei allen Krisen vor Ort, um Flüchtlingen zu helfen: Neben Nothilfeeinsätzen, wie der akuten Trinkwasser- und medizinischen Versorgung, geht es auch um die Registrierung von Flüchtlingen. So bekommen sie Zugang zu Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit.

„Diese Krisen betreffen Millionen Menschen, aber ihr Leid ist ein Martyrium abseits der Weltöffentlichkeit. Wir dürfen nicht länger wegschauen, denn auch dort braucht es dringend Hilfe und Perspektiven für die Betroffenen“, so Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Bangladesch: Rund eine Million Rohingya-Flüchtlinge haben seit August 2017 ihr Leben riskiert und sind vor der Gewalt in Myanmar geflohen. Sie kommen in den Flüchtlingslagern Kutupalong und Nayapara im Südosten Bangladeschs unter. Kutupalong ist mittlerweile das größte Flüchtlingslager der Welt, mehr als 640.000 Menschen leben dort. Dabei liegt es in einer für Naturkatastrophen anfälligen Region. Der UNHCR ist bereits seit Beginn der Fluchtbewegungen vor Ort und hatte unter anderem per Luftbrücke 1.500 Tonnen Hilfsgüter in die Region gebracht und verteilt.

Jemen: Im Jemen herrscht seit über vier Jahren Krieg. Der Alltag ist geprägt von Hunger, Krankheiten und Gewalt. Über 22 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben – es ist damit die größte humanitäre Krise der Welt. Und eines der gefährlichsten Länder für Helfer*innen. Dennoch leistet der UNHCR in allen 20 vom Konflikt betroffenen Regionen Nothilfe.

Südsudan: Nach mehr als fünf Jahren Bürgerkrieg sind über 2,2 Millionen Menschen in die Nachbarländer geflüchtet und weitere knapp zwei Millionen Menschen innerhalb des Südsudans. 2018 war es das dritthäufigste Herkunftsland für Flüchtlinge. Viele Menschen fliehen nach Uganda, wo der UNHCR Flüchtlinge registriert und für medizinische Hilfe, warme Mahlzeiten und Basisgüter sorgt.

DR Kongo: Mehr als fünf Millionen Vertriebene und ein nicht enden wollender Konflikt im zweitgrößten Land Afrikas: Seit Jahren leiden die Menschen unter der Gewalt sich bekämpfender Gruppen. Mehr als 825.000 Menschen leben als Flüchtlinge in diversen afrikanischen Staaten und 4,5 Millionen als Vertriebene im eigenen Land. Die Hälfte von ihnen sind Kinder. Der UNHCR kümmert sich um Trinkwasser, Nahrung, bringt Flüchtlinge in Transitzentren oder Camps und betreut unter anderem Überlebende von sexueller Gewalt.

Mehr Informationen sowie Unterstützungsmöglichkeiten unter: www.uno-fluechtlingshilfe.de

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