Mangel- und Unterernährung Marasmus Kwashiorkor

Mangelernährung und Unterernährung
Migraplan Kinderhungerhilfe
Migraplan Kinderhungerhilfe Vitamin A
Migraplan Malnutrition Orange Süßkartoffel
Mangel- und Unterernährung Marasmus Kwashiorkor
Kind mit Marasmus (links) und Kind mit Kwashiorkor (rechts).
©Nursing and Health Care Review on Child Malnutrition Status in Ethiopia – Scientific Figure on ResearchGate. Uploaded: Ermias A. Sori – ministry of livetsock and fisheries ethiopia
Migraplan Kinderhungerhilfe Lösungen

Mangel- und Unterernährung Marasmus Kwashiorkor

Mangel- und Unterernährung Marasmus Kwashiorkor : Damit der menschliche Körper mit all seinen Zellen, Geweben und Organen optimal funktionieren kann, benötigt er Bausteine und Energie. Diese Bausteine und Energie müssen ihm in regelmäßigen Abständen mit der Nahrung zugeführt werden.
Einen direkten Unterschied zwischen Mangelernährung und Unterernährung gibt es eigentlich nicht. Man unterscheidet Mangelernährung  grundsätzlich in eine quantitative Form (Unterernährung) und eine qualitative Form (Fehlernährung).
Unterernährung ist das Ergebnis von unzureichender Nahrungsaufnahme oder mangelhaften Gesundheits- und Hygienebedingungen, durch die der Körper die aufgenommene Nahrung nicht angemessen verwerten kann.

30-50% derKinder unter 5 Jahren mit erheblicher Unterernährung versterben!

Dafür gibt es viele medizinische und ernährungstechnische Erklärungen. Wir wollen hier aber versuchen, es möglichst einfach zu erlären.

Bekommt der Körper keine Nahrung passt er sich zunächst dem Nährstoffmangel an. Diese Anpassung, auch Hungeradaption genannt, führt dazu, dass sich der Stoffwechselumsatz auf ungefähr 50 % reduziert. Die Herzfrequenz reduziert sich, Blutdruck, Körpertemperatur und der Insulinspiegel sinken. Zum Erhalt der Körperfunktionen werden nun eigene Energievorräte genutzt. Der Körper baut zuerst gespeicherte Kohlenhydrate und Fette ab, danach auch Proteine. Ändert sich jetzt nichts, führt dies zur Kachexie, das bedeutet einen starken Kräfteverfall. Die Folgen sind allgemeine Schwäche und Blutarmut. Damit verbunden sind auch Auswirkungen auf die einzelnen Körpersysteme:

  • Herz und Kreislauf: reduzierte Herzleistung, niedrige Körpertemperatur
  • Abwehrsystem: verzögerte Wundheilung und erhöhte Infektanfälligkeit
  • Muskulatur: reduzierte Muskelmasse und Muskelkraft, zunehmende Schwäche und Gebrechlichkeit
  • Knochen: verminderte Knochendichte
  • Verdauung und Stoffwechsel: Durchfall, Wasseransammlungen an Füßen, Bauch und Gesicht
  • Psyche: Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Apathie, Depression

Bei Unterernährung von Kindern verursachen die Auswirkungen meist eine dauerhafte Beeinträchtigungen der körperlichen und geistigen Entwicklung und/oder führen zum Tod.

Vorrangig der Mangel an lebenswichtigen Spurenelementen und Vitaminen kann tödlich enden. Besonders Vitamin-A-Mangel ist häufig. Die World Health Organization schätzt, dass momentan rund 250 Millionen Kinder im Vorschulalter daran leiden. Jährlich werden bis zu 500.000 von ihnen blind und die Hälfte der Erblindeten stirbt innerhalb der folgenden zwölf Monaten.

Unterernährung selbst unterteilt man in 2 Erscheinungsbilder:

1.) Marasmus : tritt häufiger bei Kleinkindern und Babys auf. Es führt zu Austrocknung und Gewichtsverlust. Hunger ist eine Form dieser Störung. Folgen:

  • Gewichtsverlust
  • Austrocknung
  • Chronischer Durchfall
  • Magenschrumpfung

Es besteht ein erhöhtes Risiko für Marasmus für Menschen in Etwicklungsländern, die in einer ländlichen Gegend leben, in der es schwierig ist, Nahrung zu bekommen oder in Gegenden, in der Nahrungsmittelknappheit herrscht. Kleinkinder, einschließlich Babys, die nicht gestillt werden, Jugendliche oder ältere Erwachsene haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Marasmus.

2.) Kwashiorkor (Hungerödem): tritt bei Menschen mit schwerem Eiweiß- und Proteinmangel auf. Kinder, die Kwashiorkor entwickeln, sind oft älter als Kinder, die Marasmus entwickeln. Eine Diät, die hauptsächlich aus Kohlenhydraten besteht, kann zu diesem Zustand führen.

Die Symptome von Kwashiorkor sind:

  • Ödeme oder geschwollenes Aussehen aufgrund von Flüssigkeitsretention ( Ansammlung von Flüssigkeit im Körper )
  • Wölbung des Bauches
  • Wachstumsstörungen und die Unfähigkeit zuzunehmen

Ein erhöhtes Risiko für Kwashiorkor besteht für Kinder in Entwicklungsländern, die in ländlichen Gegenden leben, in der der Zugang zu eiweißreichen Lebensmitteln eingeschränkt ist. Kinder, die von der Muttermilch entwöhnt wurden, sind auch einem erhöhten Risiko ausgesetzt, wenn sie keinen Zugang zu eiweiß- und proteinreichen Lebensmitteln haben.

Zu Kwashiorkor einige Ausführungen mit der freundlichen Genehmigung von Frau Prof. Dr. med. Katja Becker ( IFZ – Interdisziplinäres Forschungszentrum Gießen ):

Zitat Anfang: Das volle klinische Bild von Kwashiorkor zeigt  Hautläsionen, rote Haarverfärbung sowie teilweisen Haarverlust, Fettleber, Apathie und Reizbarkeit. Das Syndrom wird typischerweise durch Infektionen ausgelöst  und basiert auf einem  Proteinmangel. Während des letzten Jahrzehnts wurde jedoch eine Rolle des oxidativen Stresses in der Pathophysiologie von Kwashiorkor  entdeckt. Das Syndrom wird mit verringerten Konzentrationen des Cystein-enthaltenden Antioxidans Glutathion, mit niedrigen Konzentrationen von Vitamin E, Carotin, Selen, und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, mit einem verringerten NADPH/NADP+ Verhältnis und mit niedriger Glutathionperoxidase- und erhöhter Glutathion-S-Transferase-Aktivität assoziiert. Hohe Konzentrationen von zirkulierendem Ferritin und hepatischem Eisen  sind als Zeichen für eine Leberschädigung, und es wurde festgestellt, dass Biomarker von durch Oxidantien induzierter Lipidperoxidation wie Malondialdehyd, Hexanal und Lipid-Hydroperoxid  in den Patienten erhöht sind. In einer neueren Studie wurde festgestellt, dass der Antioxidantienstatus im Plasma (TAOS) von Kwashiorkor-Patienten bis zu unter  50 % der lokalen Kontrollwerte liegt, wobei die Konzentrationen der Stickstoffoxid-Stoffwechselprodukte Nitrit und Nitrat um einen Faktor von 2 erhöht sind.

Wie mehrfach berichtet ist die Glutathionkonzentration (γ-glutamyl-cyteinyl-glycine; GSH) in Erythrozyten bei Kwashiorkor drastisch verringert und steht in direkter Beziehung zu dem klinischen Ergebnis der Erkrankung. Patienten, die sich erholten, zeigten steigende Glutathionkonzentrationen, während Patienten, deren Zustand sich nicht verbesserte, eine verringerte oder konstante Glutathionkonzentration zeigten, Außer den vielfältigen Funktionen des Glutathions im zellulären Redoxgleichgewicht – es kann u.a. direkt mit reaktiven Sauerstoffspezies  reagieren und ist ein Kosubstrat des Enzyms Glutathion-Peroxidase – könnten seine positiven Wirkungen auf Elektrolytentransport üer die Zellmembran  eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie von Kwashiorkor spielen. – Zitat Ende

Die gesamten Ausführungen finden Sie hier: Mangel- und Unterernährung Marasmus Kwashiorkor

0
%
Zentral Afr. Rep.
0
%
Jemen
0
%
Haiti
0
%
Sambia

Von Hunger und Unterernährung betroffene Länder nach dem Welthunger-Index 2018

Sie haben Fragen ? / Kontaktieren sie uns !

Übersetzen / translate»